Stockschützengedicht

Der Stockschütze, das unbekannte Wesen,
da gibt’s nur selten was zu lesen.
Dabei sag ich, stimmt das mitnichten,
da gibt es vieles zu berichten.

Sein Sport ein gnadenloses Streben,
nach Perfektion wie kaum im Leben.
Er hat so vieles zu bedenken,
um sich auch ja nicht abzulenken.

Die Bahn ob Pflaster, ob Asphalt,
ob nagelneu, benutzt und alt.
Das Wetter sonnig heiß, ob Regen,
die Winde die von seitlich fegen.

Das alles fließt von vornherein,
in seine Überlegung ein.

Er zieht, da muss man ihn nicht bitten,
an einer Schnur den Gitterschlitten.
Farbig sortiert, so macht das Sinn,
stecken da die runden Scheiben drin.

Daraus da wählt er mit Bedacht,
die, die am meisten Sinn ihm macht.
Schraubt diese dann mit viel Gefühl,
auf seinen Stock, im Aug das Ziel.

Jetzt folgt der künstlerische Part,
der Schwung, mal heftig und mal zart.
Dann leicht das Knie nach vorn gebeugt,
weil das klar von Dynamik zeugt.

Den Stock aufs Pflaster aufgelegt,
schaut er, wie er nach vorne fegt.
Und sicher hat ja schon der Moar,
die Taktik festgelegt zuvor.

So zischt die Scheibe Richtung Daube,
genau dorthin, wohin ich glaube.
Ich seh den Treffer schon vor mir,
so wie der läuft, das sag ich dir.

Im wegdrehn ruft er, wie sieht`s aus?
Du Loser, der ist nicht einmal im Haus.